Tahir, Puerta del Sol, Syntagma …

19. Juli 2012  Allgemein
Geschrieben von Dirk Spöri

Auf der Veranstaltung “Die Jugend während der Krise: Prekarisierung und kollektiver Widerstand” berichten Aktivistinnen und Aktivisten aus Griechenland, Spanien und Portugal.
Der Wahlerfolg von SYRIZA in Griechenland war vor allem ein Erfolg unter jungen Menschen. Bei den Wählern im Alter von 18 bis 25 Jahren erreichte das Linksbündnis über 40%!
Marina Albiol von der Izquierda Unida aus Spanien berichtet über die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse, die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit und Probleme mit mangelndem und teurem Wohnraum. Die Unzufriedenheit mit diesen Verhältnissen gipfelte in der M15-Bewegung, die am 15. Mai 2011 mit Platzbesetzungen in unzähligen spanischen Städten ihren Anfang nahm. Die M15-Proteste haben ihre Wurzeln in zahlreichen Bewegungen der vergangenen Jahre, unter anderem gegen den Bologna-Prozess und Wohnungsnot. Inspirierend wirkte der Arabische Frühling und die Besetzung des Tahir-Platzes in Kairo.
Auch in Portugal landen junge Menschen, wenn sie überhaupt einen Job finden, nur in befristeten Arbeitsverhältnissen, die selten verlängert werden. Viele Proteste in den letzten Jahren, unter anderem eine große Demonstration am 12. März 2011, kurz nach Beginn des Arabischen Frühlings. Maßnahmen in Portugal von der Troika bestimmt – die Troika wird als eigentliche Regierungen wahrgenommen. Nur Linksblock und PCP stehen in Portugal für eine Ablehnung der Troika-Politik und kämpfen darum.
Maria Lund, Abgeordnete der Rot-Grünen Allianz, der dänischen Linkspartei, berichtet, daß die Jugend hart von der Krise getroffen wurde. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt dort aktuell 14 Prozent. Die letztes Jahr mit viele Hoffnugen gewählte sozialdemokratische Regierung hat bisher nichts unternommen, die Situation der Jugend zu verbessern. Ihre Forderung: wir zahlen nicht für ihre Krise, das 1 Prozent muss zahlen!
Am heutigen Tag verabschiedete der Bundestag in einer Sondersitzung mit Stimmen aus SPD und Grünen die nächste Milliardenhilfe für Banken – unter dem irreführenden Namen “Spanien-Hilfe”. In Spanien selber finden heute in mehreren Dutzend Städten Gewerkschaftsdemos gegen die Kürzungspolitik und zur Unterstützer der Bergarbeiter statt. Auch die M15-Bewegung, die Jugendbewegungen in Spanien, stehen an der Seite der Arbeiter.
Wie schon in Griechenland waren die Jugendbewegungen Anfänge und Nährboden für Proteste, die nun in Spanien in breitere Teile der Gesellschaft ausgreifen.
Mit diesem Geist verabreden sich Jugendliche und Studenten auf der Sommeruni zu gemeinsamen Aktivitäten und einer engeren Zusammenarbeit in den nächsten Monaten.

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