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Die Sommeruni 2012 der Europäischen Linken: Berichte und Bilder

10. August 2012  Allgemein

Die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Artikel und Berichte:

Weiteres:

Die Linke.SDS auf der EL-Sommeruni 2012

10. August 2012  Allgemein

Alexis Tsipras mit Plakat des SDS-Kongresses auf der EL-Sommeruni 2012

Junge TeilnehmerInnen der EL-Sommeruni haben ein gemeinsames Treffen im Herbst beschlossen, der Vorstand der Europäischen Linken eine europaweite Kampagne.

Mehr als 400 Linke aus ganz Europa haben sich vom 17. bis 22. Juli im griechischen Portaria auf der jährlichen Sommeruni der Europäischen Linken getroffen. Auch einige Mitglieder von Linksjugend ['solid] und Die Linke.SDS waren dort. Dieses Jahr wurde die Sommeruni von den GenossInnen des Linksbündnisses SYRIZA organisiert, das in bei den Parlamentswahlen in Griechenland gerade 26,9 Prozent geholt hat. Der Funke des Widerstands der Griechinnen und Griechen gegen die Sparpolitik konnte in der exklusiven Hotelatmosphäre und den langen Workshops zwar nur ab und zu überspringen, aber etwas wurde in Gesprächen und Veranstaltungen trotzdem deutlich: Wir wollen nicht für eine Krise zahlen, die wir nicht verursacht haben. Und wir wollen uns besser vernetzen, um gemeinsam Widerstand zu organisieren. Besonders junge EuropäerInnen haben ähnliche Probleme, auch wenn sie unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Von Spanien bis Dänemark, von Griechenland bis Schweden, von Slowenien bis Portugal: Bei der Bildungspolitik wird oft zuerst gekürzt, die Jugendarbeitslosigkeit ist in vielen Ländern gestiegen und die Zukunftsperspektiven sind ernüchternd.

In einem Workshop zu Jugend und Krise diskutierten die TeilnehmerInnen deshalb darüber, dass eine bessere europaweite Koordinierung und gemeinsamer Widerstand nötiger sind denn je. Am nächsten Tag fand daraufhin spontan ein Jugend – und Studierendentreffen statt, zu dem etwa 50 Leute kamen. Diskutiert wurde vor allem, wie zwischen den Jugend – und Studierendenorganisationen der Europäischen Linken ein größerer Austausch und mehr gemeinsame Handlungsfähigkeit erreicht werden kann. Im Herbst soll in Athen ein Treffen von Mitgliedern der Organisationen stattfinden, um sich mit diesen Fragen weiter zu beschäftigen.

Der Vorstand der Europäischen Linken hat außerdem vor der Sommeruni eine gemeinsame europaweite Kampagne beschlossen, die in Portaria ebenfalls vorgestellt wurde: Ab September sollen in allen europäischen Ländern insgesamt eine Million Unterschriften für eine europäische öffentliche Bank für soziale und ökologische Entwicklung gesammelt werden. Inhaltlich hätte die Kampagne wohl griffiger und zugespitzter ausfallen können. Aber immerhin: Erstmals hat die Europäische Linke sich damit auf eine gemeinsame Kampagne eingelassen. Der EL-Vorsitzende Pierre Laurent betonte, dass die Kampagne eine gute Möglichkeit ist, mit BündnispartnerInnen aus sozialen Bewegungen und Gewerkschaften aktiv zu werden – neben der Unterschriftensammlung könnten auch Aktionen organisiert werden. Besonders an den Hochschulen könnte sie auch genutzt werden, um eine Debatte über die Verteilung von Reichtum, Krise und Kapitalismus anzustoßen.

Einige internationale TeilnehmerInnen werden auch zum Kongress „Kapitalismus vs. Demokratie“ Ende November in Köln kommen, den Die Linke.SDS und Linksjugend ['solid] NRW organisieren. Die Idee, auf einem großen Kongress über Kapitalismus und demokratische Mitbestimmung zu diskutieren, fanden auch der SYRIZA-Vorsitzende Alexis Tsipras, die portugiesische EU-Abgeordnete Marisa Matias und Pierre Laurent, Vorsitzender der Europäischen Linken und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs gut und ließen sich mit dem Kongressplakat fotografieren.

von Sarah Nagel, Bundesvorstand Die Linke.SDS, und Derya Kilic, Landesvorstand DIE LINKE.NRW

L’université d’été du Parti de Gauche Européen 2012: Peoples of Europe UNITE!

26. Juli 2012  Allgemein

Articles sur l’université d’été:

Autres:

Alexis Tsipras und Pierre Laurent auf der Sommeruniversität

21. Juli 2012  Allgemein

Auf der zentralen Veranstaltung der europäischen Sommeruni sprachen unter anderen Pierre Laurenz, Vorsitzender der Europäischen Linkspartei, Alexis Tsipras, Sprecher von SYRIZA und Aurélie Trouvé von attac Frankreich.
Pierre Laurent nannte die drei wichtigsten Aufgaben für eine europäische Linke:
1. Die Kürzungspolitik und die Angriffe auf die Demokratie bekämpfen
2. Linke Kräfte länderübergreifend viel stärker einen, die Zersplitterung überwinden
3. Einen europäischen Alternativgipfel im Frühjahr 2013 in Athen und das Referendum für eine europäische öffentliche Bank bewerben.
Alexis Tsipras bremst die Euphorie nach den Wahlerfolgen von SYRIZA: “Hegemonie kann man nicht am Wahltag erreichen, Hegemonie nur in den sozialen Kämpfen entstehen”. Dafür waren und sind “neue Bündnisse in der Linken, links und rechts von SYRIZA, links von der Sozialdemokratie” nötig.
Tsipras sprach davon, daß wir uns in einem Krieg befinden. Und zwar in ganz Europa, wie die jüngste Entlassungswelle in Frankreich zeigt. Jüngstes Beispiel: heute morgen griff die Polizei nach neun Monaten Arbeitskampf ein Stahlwerk in Griechenland an. Nach neun Monaten ohne Eingreifen erfolgte praktische über Nacht in Absprache von Politik, Justiz, Polizei und Medien die Vorbereitung auf den Angriff. Tsipras kommentiert: “kein Vertrauen auf die bürgerlichen Institutionen”.
Deshalb brauchen wir nicht nur eine Kritik, sondern eine Alternative zum Kapitalismus. Ein “Sozialismus für die Zukunft, der die Bedürfnisse der Menschen ernst nimmt”.
Tsipras abschließend: “Unser Erfolg wird nur ein Feuerwerk sein, das schnell vorbei ist, wenn die Linke im nächsten Jahr keine Erfolge in anderen Ländern hat. Sonst bleiben wir nur ein kleines, gallisches Dorf.”
Aurélie Trouvé nannte als wichtige Stationen der Zusammenarbeit die Konferenz in Florenz 10 Jahre nach dem ersten Europäischen Sozialforum, den europäischen Alternativgipfel im Frühjahr 2013 in Athen und das Weltsozialforum 2013 im Tunis. Sie endet mit den Worten: “Wir brauchen Ein anderes Europa, solidarisch und demokratisch!”

Ein anderes Europa ist nötig!

20. Juli 2012  Allgemein

Die diesjährig Sommeruniversität ist geprägt von den Streiks und Massenprotesten in Spanien, Griechenland und anderen Ländern. Den Widerstand zusammenzubringen und auch nach Deutschland zu tragen ist eine der Aufgaben für DIE LINKE in den kommenden Monaten. In Portaria gab es dazu einige Ideen:

1. Fiskalpakt stoppen

Der Fiskalpakt ist noch keine beschlossene Sache. In Deutschland hängt das weitere Vorgehen von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab. In Frankreich steht erst im November die Abstimmung im Parlament an, auf die sich der Protest in Frankreich konzentrieren wird.

2. Eine Million Unterschriften für eine Öffentliche Bank in Europa

Die europäischen Linksparteien werden ab September beginnen, eine Million Unterschriften zu sammeln, um eine europaweite Volksabstimmung zur Einrichtung einer öffentlichen, europäischen Bank zu erzwingen. Eine solche Bank würde günstige Kredite geben und Investitionen in soziale, solidarische und ökologische Projekte tätigen können.

3. EU-Alternativgipfel im Frühjahr 2013 in Athen: ein anderes Europa ist möglich!

Im Frühjahr oder Frühsommer 2013 wird in Athen ein Europäischer Alternativgipfel stattfinden. Dieser kann sowohl Anlaß für gemeinsame, zentrale Proteste gegen die Kürzungspolitik und Gelegenheit zur Verabredung weiterer Aktionen sein. Darüber hinaus können die Bewegungen und Organisationen zusammengebracht werden, die sich ein grundlegend anderes Europa wünschen.

www.altersummit.eu

4. Europäisches Sozialforum: 10 Jahre nach Florenz

10 Jahre nach dem ersten Europäischen Sozialforum in Florenz im November 2002 findet von 8. bis 11. November 2012 erneut ein Sozialforum statt, um Bilanz zu ziehen und im Zeichen der Eurokrise über Perspektiven der Zusammenarbeit zu diskutieren.

www.firenze1010.eu

5. Arabellion: Weltsozialforum im März 2013 in Tunesien

Das nächste Weltsozialforum wird Ende März 2013 in Tunis, Tunesien, stattfinden. Der Ort ist kein Zufall, denn in Tunesien nahm 2011 der Arabische Frühling mit dem Sturz von Ben Ali seinen Anfang. Die europäische Linke sollte das Weltsozialforum sehr wichtig nehmen. Der Mittelmeerraum eint schon seit Jahrtausenden die Menschen und die Arabellion schwappte auch 2011 vom Tahir-Platz in Kairo auf den Puerta del Sol, den Syntagma-Platz und weitere Plätze in Europa. Und natürlich ist das Weltsozialforum auch ein Ort um internationale Solidarität mit den Klassenkämpfen in Nordafrika zu demonstrieren. Die Bedeutung des kommenden Weltsozialforums läßt sich an der Beteiligung am Vorbereitunstreffen in Monastir Mitte Juli 2012 ablesen: statt der erwarteten 500 kamen 2.000 Menschen!

www.worldsocialforum.info

Tahir, Puerta del Sol, Syntagma …

19. Juli 2012  Allgemein

Auf der Veranstaltung “Die Jugend während der Krise: Prekarisierung und kollektiver Widerstand” berichten Aktivistinnen und Aktivisten aus Griechenland, Spanien und Portugal.
Der Wahlerfolg von SYRIZA in Griechenland war vor allem ein Erfolg unter jungen Menschen. Bei den Wählern im Alter von 18 bis 25 Jahren erreichte das Linksbündnis über 40%!
Marina Albiol von der Izquierda Unida aus Spanien berichtet über die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse, die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit und Probleme mit mangelndem und teurem Wohnraum. Die Unzufriedenheit mit diesen Verhältnissen gipfelte in der M15-Bewegung, die am 15. Mai 2011 mit Platzbesetzungen in unzähligen spanischen Städten ihren Anfang nahm. Die M15-Proteste haben ihre Wurzeln in zahlreichen Bewegungen der vergangenen Jahre, unter anderem gegen den Bologna-Prozess und Wohnungsnot. Inspirierend wirkte der Arabische Frühling und die Besetzung des Tahir-Platzes in Kairo.
Auch in Portugal landen junge Menschen, wenn sie überhaupt einen Job finden, nur in befristeten Arbeitsverhältnissen, die selten verlängert werden. Viele Proteste in den letzten Jahren, unter anderem eine große Demonstration am 12. März 2011, kurz nach Beginn des Arabischen Frühlings. Maßnahmen in Portugal von der Troika bestimmt – die Troika wird als eigentliche Regierungen wahrgenommen. Nur Linksblock und PCP stehen in Portugal für eine Ablehnung der Troika-Politik und kämpfen darum.
Maria Lund, Abgeordnete der Rot-Grünen Allianz, der dänischen Linkspartei, berichtet, daß die Jugend hart von der Krise getroffen wurde. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt dort aktuell 14 Prozent. Die letztes Jahr mit viele Hoffnugen gewählte sozialdemokratische Regierung hat bisher nichts unternommen, die Situation der Jugend zu verbessern. Ihre Forderung: wir zahlen nicht für ihre Krise, das 1 Prozent muss zahlen!
Am heutigen Tag verabschiedete der Bundestag in einer Sondersitzung mit Stimmen aus SPD und Grünen die nächste Milliardenhilfe für Banken – unter dem irreführenden Namen “Spanien-Hilfe”. In Spanien selber finden heute in mehreren Dutzend Städten Gewerkschaftsdemos gegen die Kürzungspolitik und zur Unterstützer der Bergarbeiter statt. Auch die M15-Bewegung, die Jugendbewegungen in Spanien, stehen an der Seite der Arbeiter.
Wie schon in Griechenland waren die Jugendbewegungen Anfänge und Nährboden für Proteste, die nun in Spanien in breitere Teile der Gesellschaft ausgreifen.
Mit diesem Geist verabreden sich Jugendliche und Studenten auf der Sommeruni zu gemeinsamen Aktivitäten und einer engeren Zusammenarbeit in den nächsten Monaten.

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Warum die Sommeruni der Linken in Griechenland wichtig ist

18. Juli 2012  Allgemein

Die Sommeruniversität der Europäischen Linken beginnt heute, am 17. Juli 2012, in Griechenland unter dem Motto “People of Europe Unite!” statt. Ursprünglich waren 200 Teilnehmer erwartet wurde, angemeldet hatten sich in den letzten Tagen über 400. Es ist kein Zufall, daß dieses Jahr Griechenland ausgewählt wurde.
Die griechische Gesellschaft wurde in den vergangenen Jahren mehr als jedes andere europäische Land von den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise erschüttert. Über 20% Arbeitslosigkeit, unter jungen Menschen bis zu 50%. Eine hohe Zahl an Selbstmorden aus Verzweiflung. Aber auch eine Welle von Widerstand und Klassenkämpfen, die ihren Anfang unter anderem in einer Jugendrevolte 2008 nahm. Im vergangenen Jahr schwappten mit dem Geist von Tahir und Puerta del Sol die Platzbesetzungen nach Griechenland und gaben der Entfremdung von Millionen von Menschen vom politischen System und den beiden großen Parteien neuen Ausdruck. Ein zweitägiger Generalstreik im Oktober mit fast 1 Million Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachte die Regierung zu Fall.
In den Neuwahlen im Juni 2012 wurde das griechische Linksbündnis SYRIZA mit 27 Prozent zur zweitstärksten Kraft. Die Sozialdemokraten, Jahre lang stärkste Partei, stürzten auf 12 Prozent ab.
Doch Griechenland kann nicht isoliert gesehen werden. Spanien, Italien, Portugal und andere Länder stehen vor den selben Problemen. Merkel und die Troika setzen weiterhin drauf, die Bevölkerung in diesen Ländern für die Krise zahlen zu lassen und die Bundesregierung hofft, die deutschen Exporte in die Eurozone weiter laufen zu lassen. Doch damit werden sich die Widersprüchen in Europa weiter verschärfen. Und wenn die von Wirtschaftsforschern angekündigten Zahlen für 2013 stimmen, droht nächstes Jahr eine Rezession.
Die Linke und die sozialen Bewegungen stehen vor der Herausforderung, ihren Widerstand europaweit zu vernetzen. Die Platzbesetzungen 2011 oder die Blockupy-Proteste im Mai 2012 in Frankfurt zeigen, daß das möglich ist. Die Sommeruniversität kann dazu einen Beitrag leisten. Dringend nötig ist das auch, damit von der Krise in Europa nicht Nationalisten wie Wilders in Holland oder Rechtsextreme wie Le Pen in Frankreich oder Goldener Morgen in Griechenland gewinnen.
Peoples of Europe unite!

Europäische Sommeruniversität 2012 in Griechenland: Peoples of Europe unite!

10. Juli 2012  Allgemein
EL Summer University 2012

“Peoples of Europe unite!”

ist das Motto der Sommeruniversität 2012 der Europäischen LINKEN. Sie findet dieses Jahr von 17. bis 21. Juli im griechischen Portaria statt. Im Zeichen von Wirtschaftskrise und Merkels europaweiter Kürzungspolitik, aber auch der Abwahl von Hollande in Frankreich, dem Erfolg von SYRIZA in Griechenland und internationalen Protesten wie “BLOCKUPY” wird die Konferenz ein wichtiger Ort, um über die Vernetzung des Widerstands und Alternativen zum Kapitalismus zu diskutieren.

Auf diesem Blog sowie auf Twitter wird es Berichte und Eindrücke aus Griechenland geben.

Programm der Europäischen Sommeruniversität 2012